Sterbekultur im Vergleich

Immer wieder finden sich in der Neuen Zürcher Zeitung Todesanzeigen wie die nachfolgend wiedergegebene eines angesehenen Wissenschaftlers, die von der Möglichkeit künden, familiär und sozial eingebettet auf selbstbestimmte Weise sterben zu können.
Der in der Anzeige der Familie Kummer erwähnte Hausarzt und die Familie müßten in Deutschland mit Verfolgung durch den Staatsanwalt rechnen, der Hausarzt zudem mit schwerwiegenden berufsrechtlichen Konsequenzen, zumindest aber mit einer moralischen Diffamierung durch führende Repräsentanten der Ärzteschaft.

Erscheint es nicht nur mir so, daß Deutschland, was die Sterbekultur angeht, ein rückständiges Land ist?

Todesanzeige Prof. Dr. Hans Kummer

Angemessene grundsätzliche Überlegungen zu dieser Problematik finden sich hier:

Freiheit im Leben – Freiheit zum Tode

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/Kahl_Sterbehilfe.pdf

Ronald Dworkin (1931 – 2013):

“Making someone die in a way others approve, but he believes contradicts his own dignity, is a serious, unjustified, unnecessary form of tyranny.”

“Jemanden zu zwingen, auf eine Weise zu sterben, die andere billigen, von der er jedoch überzeugt ist, daß sie seiner eigenen Würde widerspricht, ist eine ernste, ungerechtfertigte und unnötige Form der Tyrannei.”

Do We Have a Right to Die?, 1994

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