Ziele und Grundsätze des Blogs

Die Philosophie und die Philosophen haben ein Öffentlichkeitsdefizit. Viele Leute werden zwar spontan den Namen ihres jeweiligen Diözesanbischofs nennen können, nicht aber den auch nur eines Philosophen, der an der nächstgelegenen Universität lehrt oder anderweitig in ihrer Region tätig ist.

Manche Ursachen für diese Situation werden die Philosophen nicht ändern können. Sie können nun einmal nicht auf vergleichbare institutionelle Traditionen und Rituale zurückgreifen wie die Kirchen und sie präsentieren sich kaum aus Anlaß gesellschaftlicher Großfeste sowie individueller und politischer Initiations- und Übergangsriten ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit.

Das Öffentlichkeitsdefizit der Philosophie steht jedoch in klarem Widerspruch zur fortschreitenden Säkularisierung unserer Gesellschaft. Kirchliche und theologische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen und moralischen Fragen erhalten dadurch übermäßiges Gewicht. Sie behalten mehr Gewicht, als es in Anbetracht der schwindenden Bedeutung religiöser Lebensorientierung in der Gesellschaft und des fortschreitenden Mitgliederschwunds der Kirchen noch angemessen wäre.

Es gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Philosophie, die Wertediskussion in einer säkularen Gesellschaft zu führen und mitzubestimmen. Dieser Blog soll einen kleinen, langfristig angelegten Beitrag leisten, damit dies besser gelingt. Die Diskussionen die hier geführt werden, sollten sich um ein hohes Niveau an sachlicher Auseinandersetzung bemühen, was bisweilen Ironie und polemische Schärfe nicht ausschließen muß. Platter Antiklerikalismus, hämische und pseudolustige Kirchenkritik sowie jegliche persönliche Verunglimpfungen und beleidigende Herabsetzungen sind hier jedoch unerwünscht und werden, jedenfalls in gravierenden Fällen, vom Administrator gelöscht werden.

Dieser Blog lädt alle Philosophen, die sich von dem skizzierten Programm angesprochen fühlen, zur Mitarbeit ein. Der Administrator fordert dazu auf, allfällige wechselseitige Ressentiments zwischen Universitätsphilosophie, sogenannter Popularphilosophie und interessierten Diskussionsteilnehmern ohne formale philosophische Qualifikation aus diesem Blog herauszuhalten und die Diskussion ausschließlich an der argumentativen und sachlichen Qualität der Beiträge zu orientieren.

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